Newsletter April 2017

Positives Denken
Gedanken sind dual

Möglichst nur positive Gedanken zu denken und negative Gedanken aus seinem Bewusstsein zu verbannen, gehört zu den Top-Empfehlungen vieler Ratgeber und Erfolgskonzepte. Auf diese Weise, so heißt es, wird das Gewünschte ganz automatisch in Erfüllung gehen und sich im Leben manifestieren.

Aber funktioniert das wirklich? Sind wir dauerhaft in der Lage, ausschließlich positive Gedanken zu produzieren? Wer das schon mal versucht hat, wird in aller Regel die Erfahrung gemacht haben, dass es schlicht und einfach nicht funktioniert. Und dass es auch nicht besser wird, je mehr man sich anstrengt, sondern eher im Gegenteil.

Wieso ist das so?

Gedanken sind dual, das heißt, jeder Gedanke trägt bereits auch sein Gegenteil in sich. Wir können uns keinen Erfolg vorstellen, ohne zugleich auch eine Idee für das Scheitern zu haben. Je mehr Druck wir in die positive Richtung investieren, desto schwieriger wird es, das Negative unter der Oberfläche zu halten.

Gedankenkontrolle funktioniert also nicht. Bedeutet das nun, dass es keinen Zweck hat, sich mit seinen Gedanken zu befassen?

Natürlich nicht. Die Inhalte unseres Denkens bilden einen wichtigen Bereich unserer Erfahrung, es lohnt sich sehr, Verständnis für unsere Gedanken zu entwickeln. Das ist ein Prozess, der sehr umfassend ist und immer tiefer geht. Zu erkennen, wie unsere Gedanken im Wechselspiel mit unseren Emotionen und Gefühlen stehen. Zu erleben, wie unser Körper auf sie reagiert und umgekehrt. Achtsamkeit für unsere Gedanken zu praktizieren, ohne sie kontrollieren zu wollen. Oder sie gar mit dem zu verwechseln, was wir sind.