Newsletter August 2017

Leidenschaft und Entsagung

Leidenschaft scheint ein zweischneidiges Schwert zu sein. Wenn wir für etwas Leidenschaft empfinden, gehen wir mit Begeisterung ans Werk. Wir setzen unsere Fähigkeiten und Ressourcen ein, um das Objekt unserer Leidenschaft zu erreichen. Dabei haben wir oft eine gute Zeit, wir fühlen uns belebt und haben Freude am Tun.

Falls es uns gelingt zu erreichen, was wir uns ersehnt haben, verlässt uns allerdings diese Freude meist sehr schnell. Wir fallen in ein Loch und brauchen dann wieder etwas Neues, wofür wir Leidenschaft empfinden können. Das Spiel geht wieder von vorne los. Es muss wieder losgehen.

Falls es uns aber nicht gelingt zu erreichen, was wir uns ersehnt haben, werden wir frustriert. Und wenn wir öfter scheitern, werden wir unserer Leidenschaft gegenüber vorsichtig und misstrauisch. Schließlich gehen wir nicht mehr los, wenn sie uns ruft.

Leidenschaft scheint also eng mit Sucht und Frustration verbunden zu sein. Sollten wir uns also bemühen, unsere Leidenschaft los zu werden, sie auszulöschen? Wenn wir nach innen gehen spüren wir, dass das nicht die Lösung sein kann. Neale D. Walsch hat es so ausgedrückt: „Leidenschaft ist Gott, der „hallo“ sagen möchte.“

Der Schlüssel im Umgang mit Leidenschaft liegt in der inneren Haltung der Entsagung. Und zwar der Entsagung von Ergebnissen. Es geht darum, unsere Verhaftung an Resultate loszulassen, an das Erreichen von Zielen. Wir entsagen unserem Verlangen nach Erfolg und Gewinnen. Dann genügt uns die Freude am Tun, die immer nur im Jetzt entsteht. Wir geben die Illusion auf, dass Erfüllung durch ein in der Ferne liegendes Ereignis möglich ist.

Aber wir entsagen nicht der Leidenschaft. Denn die Leidenschaft ist die innere Stimme, die uns den Weg zu unserem ganz eigenen, stimmigen Lebensausdruck weist.