Newsletter August 2021

Magie der kleinen Dinge

Viele Menschen verspüren in sich den Wunsch, ein sinnerfülltes Leben zu leben. Ein Leben, das über Karriere, materiellen Wohlstand und gesellschaftliche Anerkennung hinaus geht. Ein Leben, das zum Wohl eines größeren Ganzen beiträgt. Ein Leben, das das eigene Wesen in seiner Fülle und Einzigartigkeit zum Ausdruck bringt, das im Wortsinne dem Wesentlichen dient.

Wir fragen dann nicht mehr „Was bringt mir das?“, sondern gehen nach innen mit Fragen wie „Wem diene ich?“ oder „Wie kann ich dem Tiefsten in mir dienen?“

Antworten auf solche Fragen können nicht aus unserem konditionierten Denken kommen. „Ich sollte am besten der Menschheit so und so dienen, damit würde sie am meisten von mir profitieren.“ Ein solches Konzept wird vermutlich sehr anstrengend und mühselig sein und trotz bester Absichten unter Umständen sogar mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen. Oder wir scheitern schon dabei, einen Anfang zu machen, weil wir vor unseren eigenen überhöhten Ansprüchen an unseren Beitrag verzagen und den Mut verlieren.

Das Wesentliche entgeht uns, wenn wir es nur in den besonderen Momenten, in außergewöhnlichen Situationen oder großen Herausforderungen vermuten. Das Wesentliche erhebt auch keinen Anspruch auf Perfektion, ganz im Gegenteil, Perfektion ist eine beliebte Falle des Ego. Und das Wesentliche wartet auch nicht irgendwo in der Zukunft auf uns.

Echtes Dienen kommt meistens eher bescheiden und unspektakulär daher. Es kündigt sich nicht mit Fanfarenstößen an, sondern mit einem sanften Impuls, einer spontanen Regung, die unserer konditionierten Aufmerksamkeit leicht entgehen oder der nachgeschalteten Angemessenheitsprüfung unseres kontrollierenden Verstandes zum Opfer fallen kann.

Wie können wir ein lebendiger Ausdruck dessen sein, was wir lieben? Indem wir beginnen, die kleinen Dinge in unserem Leben als die Gelegenheit erkennen, die genau jetzt für uns da ist, um uns bereitwillig und mit Freude einzubringen. Nichts ist mehr wert als irgendetwas anderes. Nichts anderes muss jetzt getan werden. Und es gibt nichts, was wir dabei falsch machen können.