Newsletter Juni 2021

Von Hoffnung und Resignation

Gerade in schwierigen Zeiten wird dem Wert „Hoffnung“ größte Bedeutung beigemessen. „Du darfst die Hoffnung nie aufgeben! Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Die Hoffnung auf Besserung hält dich am Leben, die Hoffnung gibt dir die Energie, nicht aufzugeben sondern weiter zu machen, immer wieder einen neuen Anlauf zu unternehmen.

Was bleibt auch sonst? Als Alternative scheint nur der Wert „Resignation“ zu bleiben. Da ist die Hoffnung sicherlich die bessere Wahl.

Beiden Werten gemeinsam ist die Eigenschaft, dass sie sich auf die Zukunft beziehen. Hoffnung verbindet dich mit der Erwartung, dass die Dinge sich irgendwann zum Besseren wenden werden. Resignation verbindet dich mit der Erwartung, dass es nie aufhört, dass es nur noch schlimmer werden wird.

Sowohl Hoffnung als auch Resignation benötigen also eine Geschichte, um in dir lebendig sein zu können. Egal an welche Geschichte du dich entscheidest zu glauben, eine gute oder eine schlechte, es bleibt eine Geschichte. Eine Geschichte, aus der du Identität beziehst: „Ich, die niemals die Hoffnung aufgeben werde.“ Oder: „Ich, der immer auf der Schattenseite des Leben stehen wird.“

Was geschieht, wenn du die Geschichte beiseite legst? Welche Rolle spielt sie für dich in deinen Beziehungen? Wie würden die Menschen deines Umfelds reagieren, wenn die Geschichte nicht mehr da wäre? Welche Rolle spielt die Geschichte für dein Bild von dir selbst, für deine Wertschätzung dir selbst gegenüber?

Könntest du überhaupt auf sie verzichten?

Die Geschichten von Hoffnung und Resignation binden eine Menge Energie und Aufmerksamkeit, sie wollen gut gepflegt werden. Ohne sie entsteht Raum, es bleibt nur die schnörkellose Gegenwart. Ohne Geschichte ist sie stets klar und schlicht, die Gegenwart bekommt Luft zum Atmen, sie beginnt sich selbst zu spüren.

Der nächste Schritt entsteht mühelos, mit dir geht er sich selbst.