Newsletter August 2020

Energietransformation

Wenn wir uns am Abend eines beliebigen Tages die Geschehnisse und Erfahrungen der vergangenenen Stunden noch einmal in Erinnerung rufen, kann es uns in Erstaunen versetzen, was sich alles in dieser relativ kurzen Zeit ereignet hat. Und zwar nicht nur auf der Ebene des Handelns, unserem Tun im Außen, sondern auch (und manchmal vor allem!) auf den inneren Ebenen unseres Denkens und Fühlens. Auf allen diesen Ebenen waren wir aktiv, haben beachtliche Mengen an Energie bewegt und umgesetzt.

Nun bekommen wir auf diese Weise unser Leben zwar meistens irgendwie geregelt, mal mehr, mal weniger gut. Aber oftmals fühlt es sich für uns so an, als ob ein Großteil dieser Energie ins Leere gegangen ist, für unnütze Dinge vergeudet worden ist oder sogar Schaden angerichtet hat, für andere oder uns selber. Gerade was die Bereiche des Denkens und Fühlens angeht, scheint unsere Energie sich allzuoft durch die falschen Kanäle zu bewegen.

Unsere Gedanken kreisen um Unwichtiges oder beschäftigen sich mit längst Vergangenem. Unsere Emotionen und Gefühle versetzen uns in innere Unruhe, erzeugen Stress und Ärger und erschöpfen uns. Wir verfeuern unsere Energie entweder dadurch, dass wir sie in Form von Vorwürfen, Wut und Aggression auf andere Menschen ableiten oder indem wir sie in uns einschließen und sie so gegen uns selbst richten. In beiden Fällen verpufft die Energie und unsere Lebenskraft wird geschwächt.

Wäre es da nicht wunderbar, wenn wir von diesem enormen Energiepotential, das uns ja ganz offensichtlich zur Verfügung steht, etwas mehr für Dinge mobilisieren könnten, die uns und anderen gut tun? Können wir den Energiefluss aus „negativen“ Prozessen sozusagen transformieren, ihn neu ausrichten? Energie ist ja grundsätzlich neutral und universell verwendbar, das sollte also zumindest theoretisch möglich sein.

Wie so oft benötigen wir dafür die elementaren (NLP-)Qualitäten der Wahrnehmung, Achtsamkeit, Beharrlichkeit und des Annehmens. Wir müssen den Moment bemerken, an dem die Energie beginnt, sich in Bewegung zu setzen. Denn das geht meistens rasend schnell, ehe man sich´s versieht, ist man schon mittendrin und wird sich des Geschehens erst bewusst, wenn es schon wieder vorbei ist. Wir müssen in der Lage sein, die Energie in uns wahrnehmen zu können. Und sie dann auch da sein lassen zu können, möglichst ohne sie zusätzlich anzuheizen oder zu unterdrücken. Das braucht Übung, der Weg besteht aus vielen kleinen Schritten, zum Glück sind die Gelegenheiten reichlich vorhanden. Je mehr wir uns in diesem Prozess annehmen können, desto leichter geht sich der Weg.

In diesem achtsamen Wahrnehmen und Annehmen neutralisiert sich die Energie, sie wird frei, sich neu auszurichten und sich in Vitalität, Kreativität und Lebensfreude zu transformieren. Weder müssen noch können wir etwas für diese Transformation tun, aber wir können darauf vertrauen, dass sie für uns geschieht. Das Leben wird uns mehr als genug Ideen und Impulse zur Verfügung stellen, wie wir diese frei gewordene Energie einsetzen können.