Newsletter Dezember 2018

Mandalas und Weihnachten

Wir kennen Mandalas als meist farbenfrohe, mit viel Fantasie und Liebe zum Detail gestaltete Bilder oder Objekte. In vielen östlichen, aber auch indianische Traditionen besitzen sie eine magische oder religiöse Bedeutung. Auch in der Meditation finden sie häufig Verwendung. Mandalas sind stets auf ein Zentrum hin ausgerichtet, für die Form des äußeren Rahmens wird häufig der Kreis oder das Quadrat gewählt.

Eine spezielle Form ist das Sand-Mandala, dessen Formen und Muster aus verschieden farbigem Sand gestaltet werden. Beim Erschaffen dieses Gebildes kommt es nicht darauf an, möglichst schnell fertig zu werden. Es findet auch keine Bewertung des Endergebnisses statt oder gar ein Wettbewerb, wer das schönste Werk geschaffen hat.

Der Prozess des Erschaffens selbst steht im Zentrum, Schritt für Schritt für Schritt. Jedes noch so kleine Detail bekommt die volle Aufmerksamkeit, wird mit Geduld, Hingabe und Sorgfalt in die Harmonie des Ganzen eingefügt. Es kann Stunden, Tage oder sogar Wochen dauern, bis das Werk vollendet ist.

Mit der Vollendung ist der Prozess aber noch nicht zu Ende. Der vielleicht wichtigste Schritt folgt meist unmittelbar danach: Das Sand-Mandala wird  verwischt, die Form verschwindet sofort wieder, nachdem sie entstanden ist.

In der Symbolik dieser Abfolge werden starke Aussagen konkret zum Ausdruck gebracht: Die Vergänglichkeit aller Formen, das Nicht-Anhaften, Achtsamkeit und Gegenwärtigkeit, die Liebe und das Ja zu dem, was ist.

Die Weihnachtszeit und Mandalas passen gut zusammen. Wir orientieren uns wieder auf unser Zentrum, auf unseren Wesenskern. Wir rücken unsere wahren Herzensangelegenheiten in den Vordergrund, die Beziehungen zu unseren Liebsten. Dem wollen wir Ausdruck verleihen, das wollen wir feiern. Und dafür sind wir auch bereit, einiges zu tun. Geschenke, Dekoration, das festliche Menü und vieles vieles mehr. Die Vorbereitungen nehmen uns voll und ganz in Anspruch, wir scheuen weder Mühe noch Aufwand, um dieses Fest so großartig wie möglich zu gestalten.

Und kaum ist Weihnachten dann endlich da, ist es auch schon wieder ganz schnell vorbei. Das Fest selbst dauert nur einen Bruchteil der Vorbereitung. Das aufwändig gekochte Menü ist im Handumdrehen vertilgt.

Klingt so ähnlich wie der Ablauf eines Sand-Mandalas. Es könnte vielleicht ein interessantes, lohnendes Experiment sein, die inneren Qualitäten eines Sand-Mandalas in den Geist der weihnachtlichen Vorbereitungen und des Festes selbst zu übertragen.

In diesem Sinne wünschen wir euch frohe Feiertage und alles Gute für das Neue Jahr!