Newsletter Februar 2018

3 Arten von Angelegenheiten

„Wenn jeder sich um sich selbst kümmert, ist für alle gesorgt.“

Dieser Satz stößt auf den ersten Blick nicht unbedingt auf ungeteilte Zustimmung. Manche Menschen fühlen sich vielleicht sogar provoziert und verstehen ihn als einen Aufruf zu egoistischem, rücksichtslosen Verhalten. Das ist damit jedoch nicht gemeint, der Satz kann vielmehr so verstanden werden, dass er eine sehr hilfreiche Botschaft für uns bereithält.

Im NLP-Modell kennen wir aus dem Zielrahmen die Vorgabe, bei der Formulierung unserer Ziele darauf zu achten, dass sie sich in unserer eigenen Kontrolle befinden. Dahinter steht die schlichte Erkenntnis, dass es mit den Zielen eine schwierige Sache werden kann, wenn wir zu ihrer Erfüllung darauf angewiesen sind, dass sich andere Menschen so verhalten, wie wir es wünschen und zu brauchen meinen.

Dazu passt ein allgemeineres Konzept von Byron Katie, demzufolge wir alle Angelegenheiten, die in unserem Leben auftauchen, in drei verschiedene Kategorien einordnen können:

  • Meine Angelegenheiten: alles, was sich unter meiner Kontrolle befindet
  • Deren Angelegenheit: alles, was sich unter der Kontrolle anderer Menschen befindet
  • Gottes Angelegenheit: alles, was weder ich noch ein anderer Mensch kontrollieren kann (wem das Wort „Gott“ hier nicht zusagt, kann stattdessen natürlich auch Universum, Leben, Schicksal usw. einsetzen)

Wenn wir uns außerhalb unserer eigenen Angelegenheiten befinden, können wir leicht in Stress geraten. Wir beschäftigen uns dann nämlich in unseren Gedanken mit Angelegenheiten, die wir nicht kontrollieren können. Unsere inneren Anstrengungen laufen ins Leere, wir können kein Ergebnis erzielen und verbrauchen doch sehr viel Energie. Zudem produzieren wir durch unser mentales Im-Kreis-drehen auch auf der emotionalen Ebene Turbulenzen.

Wenn wir uns im Leben anderer Menschen befinden, kann es geschehen, dass wir uns trotzdem getrennt und einsam fühlen. Die Einsamkeit entsteht dadurch, dass wir uns selbst alleine lassen, wir trennen uns von uns selbst:

„Wenn ich in Gedanken dein Leben lebe, wer ist dann hier, um mein Leben zu leben?“

Wenn wir also merken, dass wir uns gestresst fühlen, können wir uns die Frage stellen, ob wir unseren Fokus bei unseren Angelegenheiten, bei unserer Verantwortung haben. Falls wir feststellen, dass das nicht der Fall ist, können wir innehalten und uns neu ausrichten. Nämlich auf das, was in dieser Situation hier und jetzt von uns getan werden kann. Alles Übrige können wir dann vertrauensvoll den anderen Menschen und dem Leben selbst überlassen.