Newsletter Juli 2020

Frieden schließen mit Entscheidungen

Tagtäglich treffen wir in unserem Leben unzählige Entscheidungen. Die meisten davon betreffen triviale Dinge. Manche Situationen begegnen uns immer wieder in ähnlicher Form, wir entscheiden uns gewohnheitsmäßig für stets das gleiche, bewährte Vorgehen. Oder uns stehen zwar mehrere Alternativen zur Verfügung, aber es spielt keine große Rolle, ob wir dies oder das machen.  Entscheidungen fallen uns hier im allgemeinen leicht. Dass es uns leicht fällt, merken wir vor allem daran, dass mit solchen Entscheidungen kein intensives emotionales Geschehen einher geht.

Eine zwar kleinere, aber immer noch beträchtliche Anzahl von Entscheidungen in unserem Leben besitzt für uns eine andere Qualität. Die emotionale Intensität ist hoch. Oft können wir die mit den verschiedenen Alternativen verbundenen Auswirkungen auf unsere Zukunft nicht einmal annähernd abschätzen. Unsere inneren Signale weisen mal in die eine, dann wieder in die andere und dann noch in eine weitere Richtung. Wir fühlen uns hin und her gerissen.

Auch nachdem wir eine solche Entscheidung getroffen haben, setzen sich die emotionalen Turbulenzen fort. Wäre es doch besser gewesen, die andere Alternative gewählt zu haben? Den anderen Job, den anderen Partner gewählt zu haben? Wie glücklich wäre ich jetzt, wenn ich damals schon gewusst hätte, was ich heute weiß? Wieso habe ich nur auf diesen Freund gehört und nicht auf jenen?

Die nicht gewählten Alternativen wirken also immer noch auf uns ein, obwohl wir uns, möglicherweise bereits vor Jahrzehnten, gegen sie entschieden haben und sie somit nicht Bestandteil unserer akzeptierten linearen Realitätserfahrung sind.

Im NLP stehen uns jedoch kreative, pragmatische Möglichkeiten zur Verfügung, den Rahmen unserer linearen Realitätserfahrung auszuweiten. Wir nehmen uns beispielsweise die Freiheit, die Gültigkeit unserer inneren, emotionalen Erfahrung anzuerkennen: die nicht gewählten Alternativen sind in uns immer noch wirksam. Sie existieren als reale Erfahrung, mit der wir – in Form eines inneren Experiments – in Verbindung treten können:

Wir können uns „alternative Ich´s“ vorstellen, die unsere nicht gewählten Alternativen leben. Quasi in parallelen Realitäten. Alles, was möglich gewesen wäre, wird so in gewisser Weise Wirklichkeit, nichts wird verpasst. Wir können innerlich Kontakt aufnehmen mit diesen alternativen Ich´s und so Anteil nehmen an anderen Realitätslinien, mit denen wir über unsere Emotionen auf eine sehr reale Weise verbunden sind. Wer weiß, vielleicht ist die Realität ja tatsächlich komplexer aufgebaut als wir glauben!?

Wie das auch immer sein mag, jedenfalls können wir uns mit einem solchen inneren Experiment vielleicht dabei unterstützen, unseren Frieden mit unseren Entscheidungen zu machen. Den nicht gewählten Optionen nicht länger nachzutrauern. Und das Hier und Jetzt mit Freude anzunehmen und auszudrücken.