Newsletter Juni 2020

Die Praxis unserer Sinne

Zu allererst eine sehr erfreuliche Nachricht:

Die Corona-Beschränkungen wurden gelockert und wir konnten bereits – natürlich mit gewissen Auflagen – wieder mit unseren Kursen beginnen! Alle kommenden Seminare werden also, so wie es derzeit aussieht, wie geplant stattfinden können.

Die Praxis unserer Sinne

NLP zu praktizieren bedeutet in seiner Essenz „bei Sinnen sein“. Alle Instrumente und Techniken bringen uns in Kontakt mit den sinnesspezifischen Aspekten unserer Erfahrungen. Ganz gleich ob es sich um Ziele und Ressourcen, Probleme und Muster, oder Wahrnehmung und Achtsamkeit handelt. Mit zunehmender Praxis werden wir immer empfänglicher für unsere Sinneswahrnehmungen, sie werden zu einer Art „Ressourcenfeld“, das uns jederzeit zur Verfügung steht und uns mühelos und automatisch unterstützt.

Damit verbunden ist meist auch eine qualitative Veränderung der Sinneserfahrungen. Wir empfinden sie als reichhaltiger, nehmen z.B. Farben leuchtender wahr, Klänge oder Stimmen scheinen an Struktur und Tiefe zu gewinnen, Berührungen nehmen wir im ganzen Körper wahr und auch das Spektrum von Schmecken und Riechen erweitert sich.

Je kontinuierlicher und intensiver wir in unseren Sinnen verankert sind, desto selbstverständlicher fließen die hierüber aufgenommenen Informationen und Impulse in vielfältiger Form ein in die Art und Weise, wie wir leben und in unser Handeln. Vielleicht fällt es uns oft gar nicht auf, dass wir z.B. unseren Kleidungsstil verändern, uns eine bessere Musikanlage zulegen, ganz allgemein mehr Freude an schönen Dingen haben oder neuen Interessen Raum geben.

Umgekehrt kann es daher auch sein, dass wir sensibler darauf reagieren, wenn die Reichhaltigkeit unseres „Sinneslebens“ in irgendeiner Form verringert wird. Die Corona-Beschränkungen sind ein aktuelles Beispiel. Was macht es mit uns, wenn wir hinter den Masken Mühe haben zu erkennen, ob unser Gegenüber lacht oder weint, fröhlich oder traurig ist? Wenn wir bemerken, dass unser Lächeln nicht wahrgenommen wird und wir genausogut auch darauf hätten verzichten können? Wie empfinden wir es, wenn wir uns nicht mehr so nahe kommen dürfen, wie wir wollen und wie wir es gewohnt sind? Wenn wir uns in einer „neuen Normalität“ nicht mehr natürlich und spontan berühren und umarmen können, wenn Distanz auf einmal die neue Nähe sein soll?

Auch in Zeiten der Einschränkung können wir in unserem Sinnesleben verankert bleiben. Vielleicht ist es sogar gerade dann besonders wichtig. Um den Verstand nicht alleine zu lassen, der sich leicht in Angst und Kontrollbedürfnis verfängt und verliert. Über unsere Sinne kommen wir in Kontakt mit unserem unmittelbaren, spontanen Wissen über unsere Lebenssituation. Die Sinne vermitteln uns Einsichten, die uns aus den tieferen Schichten unseres Wesens jederzeit zur Verfügung stehen und uns Impulse für kreatives und mutiges Handeln im Einklang mit dem So-Sein des Lebens geben.