Newsletter März 2020

Hypnose

Hypnose besitzt einen etwas zwiespältigen Ruf:

Da gibt es auf der einen Seite die bekannten Vorführungen, in denen ein Hypnotiseur – allein kraft seiner Worte, Gesten oder seines durchdringenden Blicks – Menschen offenbar komplett unter seine Kontrolle bringen, sie zu willenlosen Objekten machen kann und diese alles tun, was er ihnen befiehlt. Der Hypnotiseur ist sogar in Lage, bei seinen „Probanden“ die Erinnerung an das in der Hypnose Geschehene auszulöschen. Eine solche Erfahrung kann unheimlich und beängstigend sein und ein Gefühl der eigenen Schwäche und Machtlosigkeit bewirken. Sogar dann, wenn man nur als Zuschauer dabei war.

Auf der anderen Seite ist dieses Phänomen aber auch in der Schulmedizin in Form der Hypnotherapie anerkannt und etabliert. Solche ärztlichen Hypnotiseure erzielen in manchen Bereichen bemerkenswerte Erfolge. Als Ärzte genießen sie natürlich unser Vertrauen und wir begeben uns gerne in ihre Hände. Aber auch hier gibt es dieses Machtgefälle: Der Arzt besitzt offenbar die Macht, uns zu etwas zu bringen, zu dem wir ohne ihn nicht in der Lage wären.

Was geschieht eigentlich bei der Hypnose? Allgemein wird angenommen, dass das Bewusstsein völlig ausgeschaltet wird und der Wille des Hypnotiseurs an seine Stelle tritt. Wie anders wäre zu erklären, dass hypnotisierte Menschen Dinge tun, die sie sonst nie tun würden.

Aus Sicht des NLP ist eher das Gegenteil der Fall: Das Bewusstsein wird nicht ausgeschaltet, sondern fokussiert und auf einen bestimmten Bereich konzentriert. Alles andere wird ausgeblendet und die gesamte Aufmerksamkeit steht für eine einzige Botschaft zur Verfügung. Diese verfügt dann über enorme Energie und kann dadurch bestehende Glaubenssätze erschüttern und sogar das Beliefsystem insgesamt im Sinne dieser Botschaft verändern. Voraussetzung ist natürlich, dass der Proband bzw. Klient den Hypnotiseur bzw. den Arzt als Autorität akzeptiert, von seiner weit überlegenen Macht überzeugt ist und ihm so die Erlaubnis zur Einflussnahme erteilt.

Hypnose demonstriert eigentlich also nur eindrucksvoll, welche Energie über die von uns akzeptierten Beliefs mobilisiert wird. Und dass eine Änderung von Beliefs nicht nur möglich ist, sondern sehr schnell geschehen kann. Wir brauchen allerdings dazu keinen Hypnotiseur, wir hypnotisieren uns ohnehin andauernd selbst über unsere Gedanken und inneren Dialoge. Damit hegen und pflegen wir unser Beliefsystem und stabilisieren unser gewohntes und vertrautes Welt- und Selbstbild.

Es liegt durchaus in unserer Macht, diese inneren Kräfte bewusst in Anspruch zu nehmen und sie auf das auszurichten, was wir erfahren wollen und was uns wirklich am Herzen liegt. Dazu müssen wir in uns das Vertrauen entwickeln, dass wir diese Macht auch tatsächlich besitzen. Im NLP haben wir ein reiches Repertoire an Instrumenten, wie wir vorgehen und unser inneres System achtsam, effektiv und respektvoll weiterentwickeln können.