Newsletter Mai 2020

Beliefs in Aktion

Unsere innere Welt, also sozusagen unser innerer Körper ist bevölkert von einer Unmenge von Gedanken und Überzeugungen. Vielleicht sind es ähnlich viele wie die Anzahl der Mikroben in unserem Körper. Und die ist um ein Vielfaches höher als die Anzahl unser Körperzellen. Um mit dieser unüberschaubaren Vielfalt zurecht zu kommen, bauen wir innere Strukturen auf und schaffen uns so eine Ausrichtung und Ordnung, um überhaupt handlungsfähig zu sein. Im NLP nennen wir diese Strukturen Belief-Systeme.

Diese Belief-Systeme haben eine Reihe von Eigenschaften:

  • sie tendieren dazu, sich selbst zu stabilisieren und zu schützen
  • sie filtern Informationen und lassen nur diejenigen gelten, die ihr eigenes System unterstützen
  • sie verteidigen sich gegen Angriffe von außen und attackieren Eindringlinge und Widersacher
  • sie besitzen das Potential, sich auszubreiten und die Beliefsysteme Anderer zu infizieren
  • sie sind äußerst kreativ und überzeugend darin, die Wirklichkeit als Beweis ihrer Sichtweise zu interpretieren

Stabilität und Wandel von Belief-Systemen

Unsere individuellen und kollektiven Belief-Systeme sind wegen dieser Eigenschaften normalerweise sehr stabil und ausbalanciert und können Störungen von außen gut abfangen.
Unter bestimmten Bedingungen kann sich jedoch ein neues Belief-System sehr schnell bilden, wie ein Tsunami über die „alten“ Belief-Systeme hinwegfegen und sich als dominantes Belief-System etablieren. Am besten gelingt das, wenn die Beliefs plötzlich und mit geballter Wucht auftauchen, mit möglichst intensiven Emotionen gekoppelt und zudem noch visuell mit starken Bildern aufgeladen werden.

Angst ist hier der Klassiker, der unangefochtene Dauerbrenner bei den Emotionen. Keine andere Emotion wirkt so schnell und ist so infektiös. Die Verdopplungszeit kann sehr niedrig und die Reproduktionszahl astronomisch hoch sein.

Ein bewährter Partner der Angst ist das Bedürfnis nach Kontrolle. Dieser Partner ermöglicht es der Angst, sich in weitere Strukturen auszubreiten, sich nach und nach immer vertrauter zu machen, um schließlich vielleicht sogar als neue Normalität salonfähig werden zu können.

Glücklicherweise ist jedoch auch die Macht der Angst ihrer Natur nach begrenzt. Denn sie ist nicht das, was wir sind, sie ist eine Täuschung. Auch unsere „Feinde“ sind nur scheinbar unsere Feinde, denn auch die Trennung ist eine Täuschung.

Die Liebe und das Vertrauen kommen oftmals eher unspektakulär und auf leisen Sohlen daher, aber sie sind echt und die wahre Macht, die durch uns wirkt. Sie leiten uns zu Mut, Kreativität und Kooperation. Unser wahres Wesen ist Liebe und tief in unserem Innersten wissen wir, dass wir dem Leben vertrauen können, weil wir das Leben sind.