Newsletter Oktober 2018

Die Landkarte ist nicht die Welt

Wenn wir im NLP von der Landkarte sprechen, meinen wir damit, dass wir Menschen die Welt nicht als Ganzes erfassen können, sondern dass jeder sich seine eigene innere Abbildung davon erschafft. Dieses Modell der Welt bezeichnen wir als die innere Landkarte. Es leuchtet unmittelbar ein, dass diese Landkarte und die Welt nicht identisch sind, keine Landkarte kann die Welt in all ihren Facetten und Verflechtungen abbilden.

Diese Erkenntnis erscheint also auf den ersten Blick wenig spektakulär. Interessant wird es jedoch, wenn wir uns bewusst machen, dass wir alle nicht auf die (objektive) Welt reagieren, sondern auf unsere Landkarte. Wir verwechseln unser Modell von der Welt mit der Welt selbst. Dieses Modell ist unser höchstpersönliches Kunstwerk, das wir aus den unzähligen Einflüssen und Erfahrungen geformt haben und das wir während unseres Lebens fortlaufend weiter entwickeln und umgestalten. Die Landkarte ist unverzichtbar für uns, wir brauchen sie, um in der Komplexität der Welt zurecht zu kommen, um uns zu orientieren und um Entscheidungen zu treffen. Sie ist eine erstaunliche Leistung unseres Gehirns und unseres Bewusstseins.

Was geschieht, wenn wir die Landkarte mit der Welt verwechseln?

Uns entgeht dann z.B., dass unsere Landkarte nicht die einzige ist, sondern dass die anderen Menschen ebenfalls Landkarten besitzen, die sich von der unseren unterscheiden. Wenn wir auf unterschiedlichen Landkarten unterwegs sind, kann es leicht geschehen, dass wir uns mehr oder weniger knapp verpassen, weil zwar die Bezeichnungen übereinstimmen, aber jeweils unterschiedliche Orte beschreiben.

Wenn wir die Landkarte mit der Welt verwechseln, begegnen wir der Welt aus der Vergangenheit. Denn unsere Landkarte ist ein Produkt unserer Erfahrungen und Lernprozesse. Die Welt ist aber immer jetzt, frisch und neu.

NLP ist die Kunst, die inneren Landkarten zu erkennen, zu würdigen und so zu verändern, dass wir mit uns selbst, den anderen und der Welt besser zurechtkommen. Wenn wir uns immer wieder bewusst machen, dass unsere Landkarte ein nützliches Instrument ist, aber auch nicht mehr, dann können wir uns hin und wieder auch ohne Landkarte ins Leben wagen und uns Wege zeigen lassen, die auf unseren Karten nicht verzeichnet sind. Und davon gibt es mehr als genug.